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Liebes Publikum
Wir freuen uns sehr, Ihnen auch dieses Jahr ein weiteres Bühnenstück präsentieren zu dürfen. Nach langer Suche, haben wir uns wieder einmal für einen alten Klassiker entschieden: ein Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm, und zwar wie sie vielleicht auf Plakat und Programmheft schon gelesen haben für das Rumpelstilzchen. Sie glauben jetzt sicher, von Ihrer Grossmutter erzählt, das Rumpelstilzchen bereits zu kennen. “Ach wie gut das niemand weiss... so hiess es doch, nicht wahr?" Doch, kennen sie es wirklich gut genug? Wir dachten dies zuerst auch, doch nach acht Wochen langer, intensiver Probezeit (es war die Hölle), entdeckten wir einige neue, ungeahnte Seiten an diesem kleinen Kerl. Wir erlaubten uns deshalb, an den Überlieferungen der Gebrüder ein wenig herumzubasteln, um Ihnen dieses Märchen nun in einer neuen Farbe auf die Bühne zu bringen. Ich, die Schauspieler und alle andern beteiligten Leiter und Leiterinnen hatten auf jeden Fall jede Menge Spass bei den Vorbereitungen. Auch wenn wir hie und da mit einigen kräftigen Augenringen am Morgen die Schulbank drücken mussten, freuen wir uns nun umso mehr auf das Endergebnis unserer Arbeit. Es war's wert.
Ich wünsche Ihnen einen unterhaltsamen Abend.
Der Regisseur
Zum Stück
Ein Müller, welcher vor lauter Prahlen seinen Mund nicht mehr zukriegte, schwor doch eines Tages Stein und Bein, dass seine Tochter Stroh zu Gold verspinnen möge. Unglücklicherweise bekam der König Wind von dieser Aufschneiderei, und da die Staatskassen leer waren und nur noch ein Wunder das Königreich retten konnte, lies er den Müller auf sein Schloss bringen.
Was man verspricht, das hält man auch und wenn nicht, soll die Strafe keine milde sein. So kam es, dass sich die Müllerstochter kurze Zeit später in einem Turmverlies, in welchem das Stroh bis zur Decke stand, wiederfand. Lila, so der Name der Müllerstochter, weinte bitter. Sie wusste genau, dass eine Müllerstochter nicht die Gabe besitzt, Stroh in Gold zu verwandeln. Nein, Müllerstöchter vermögen solche Zaubereien nicht. Wohl aber kleine und bärtige Wesen aus dem Wald und ein solches Männlein sollte ihr zu Hilfe eilen.
Doch wie auch in der heutigen Welt wohl bekannt, tut niemand mehr etwas umsonst. Ein Deal ist ein Deal und so fand Lila, als sie am Morgen wieder aufwachte, das Stroh zu reinem Gold versponnen. In seiner Dankbarkeit nahm der junge König Lila zu seiner Frau. Alles schien sich nun zum Guten gewandt zu haben: Der König fand seine Königin. Die Staatskasse wurde saniert. Und Lilas Vater wurde zum königlichen Hofkoch ernannt.
Bis eines Abends das Männlein zurückkehrte und seinen verdienten Lohn forderte...
Mehr verrate ich euch noch nicht, denn: “Ach wie gut dass niemand weiss..."
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